Streit um Luftverkehrssteuer: Wien lehnt Erpressung durch Ryanair ab

01.04.2026


Der Konflikt zwischen Ryanair und der österreichischen Bundesregierung über die Luftverkehrssteuer spitzt sich zu. Die irische Billigfluglinie fordert, dass die Abgabe von 12 Euro pro Passagier bis zum 1. Mai vollständig abgeschafft wird. Nur dann will das Unternehmen seinen bereits im Herbst präsentierten Investitionsplan über 1 Milliarde US-Dollar umsetzen und zehn zusätzliche Flugzeuge in Wien stationieren. Bis dahin werde Wien im Wettbewerb mit kostengünstigeren Standorten ohne Luftverkehrssteuer, etwa in Schweden, der Slowakei oder bestimmten italienischen Regionen, weiter zurückfallen, argumentiert die Airline.

Ryanair-Manager Andreas Gruber kritisierte, die österreichische Regierung beschränke sich darauf, die Abgabe zu prüfen, statt sie wie andere europäische Länder ganz zu streichen. Die Gesellschaft verfolgt seit Jahren die Strategie, Regierungen und Flughäfen in öffentlichen Auseinandersetzungen unter Druck zu setzen, um Gebühren und Standortkosten zu senken. In Wien ist das Ultimatum nun klar formuliert: Ohne Steuerstreichung kein Ausbau des Angebots und keine zusätzlichen Maschinen.

Aus der österreichischen Politik kommt deutlicher Widerspruch. SPÖ-Verkehrssprecher Wolfgang Moitzi warf der Airline Erpressungsversuche vor und betonte, die Gesetzgebung liege weiterhin in der Hand des österreichischen Parlaments. Jeder noch so kleine Betrieb in Österreich zahle Steuern und Abgaben, daran habe sich auch ein internationaler Konzern wie Ryanair zu halten, sagte er. Die Forderungen der Fluglinie seien widersprüchlich: Einerseits verlange sie niedrigere Flughafengebühren, andererseits erwarte sie zugleich erhebliche öffentliche Investitionen in die Infrastruktur.

Der Streit in Wien findet vor einem breiteren europäischen Hintergrund statt. Auch in Deutschland wird über die Ausgestaltung der Luftverkehrssteuer gerungen, wo je nach Flugdistanz derzeit etwa 15 bis 70 Euro pro Passagier anfallen und eine Senkung auf ein früheres Niveau beschlossen wurde. Während Airlines steuerliche Entlastungen mit wettbewerbsfähigen Preisen und zusätzlicher Nachfrage begründen, verweisen Umweltverbände und Teile der Opposition auf die Klimawirkung des Luftverkehrs und kritisieren sowohl Abgabensenkungen als auch Forderungen nach vollständiger Abschaffung. Österreich steht damit exemplarisch für den Zielkonflikt zwischen Standortpolitik, Steueraufkommen und Klimaschutz, den Ryanair mit seinem Ultimatum weiter verschärft.


APA bietet kooperative KI-Infrastruktur für Medienhäuser mit „AustroBERT“

Die Austria Presse Agentur (APA) steigt mit einem eigenen KI-Sprachmodell in die Riege technischer Plattformanbieter im Mediensektor auf. Gemeinsam mit der AI Factory Austria AI:AT hat die Nachrichtenagentur „AustroBERT“ entwickelt, ein Modell der BERT-Familie, das ausschließlich auf...

Read more


Okuda San Miguel verwandelt ehemaligen APA-Tower in Signalbau für neue Stadtentwicklung

Nach mehr als zwei Jahrzehnten Stillstand beginnt am Areal rund um den ehemaligen APA-Turm in Wien-Döbling eine umfassende Transformation. Die Stadt Wien, der Grundstückseigentümer BUWOG und die Street-Art-Organisation Calle Libre nutzen ein spektakuläres Kunstprojekt als Startsignal: Auf der...

Read more


Rechtsaußen-Attacken auf Jugendzentren und Vereine nehmen zu, warnt Studie

Initiativen, die sich bundesweit für Demokratie und gegen Rechtsextremismus engagieren, registrieren nach einer neuen Auswertung der Amadeu Antonio Stiftung zunehmenden Druck von rechts. Der Report mit dem Titel „Feindbild Zivilgesellschaft“ dokumentiert für das vergangene Jahr 112 Vorfälle –...

Read more


FACC trotzt Offshoring-Trend mit 120-Millionen-Investition in Oberösterreich

Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC AG setzt inmitten eines anhaltenden Trends zur Produktionsverlagerung in Niedriglohnländer ein anderes Signal und investiert am Heimatstandort. In St. Martin im Innkreis soll auf einer Fläche von 20.000 Quadratmetern ein neues Werk entstehen,...

Read more


Mietzinse im Fokus: Wien bietet kostenlose Überprüfung von Vorschreibungen

In Wien treten mit 1. April neue Regeln für Mieterhöhungen in Kraft, die den Spielraum für Vermieter deutlich einschränken sollen. Auf Basis der vom Bund beschlossenen Mietpreisbremse dürfen Mietzinse in vielen Verträgen heuer erstmals wieder angehoben werden – allerdings nur innerhalb klar...

Read more